Jeder kennt das Gefühl: Je näher eine Prüfung rückt, desto größer wird die Nervosität – und damit auch die Angst, im entscheidenden Moment zu versagen. Prüfungsangst ist im Grunde ganz normal. Es gibt kaum jemand, der vor großen Prüfungen nicht ein wenig nervös ist oder Stress empfindet. Mit völliger Gelassenheit gehen nur die wenigsten Menschen an eine Prüfung oder eine unbekannte Aufgabe heran. Verspürst du also vor einer Prüfung oder einem Test Angst und Nervosität, kannst du dir sicher sein, dass es deinen Mitschülern genauso geht. 

Darum sind wir vor Prüfungen nervös

Psychologen sagen, Prüfungsangst ist ein hausgemachtes Problem. Wenn man an die Prüfung denkt, fallen einem tausend Gründe ein, warum man sie nicht bestehen könnte: „Ich bin immer viel zu nervös. Ich bin mir sicher, dass die Fragen zu schwer sein werden. Habe ich auch sicher genug gelernt? Ich bin einfach nicht klug genug!“ Zusammengefasst könnte man sagen: Man glaubt nicht an sich und malt sich eine absolut schreckliche Prüfungssituation aus. Das nennt man auch „Katastrophendenken“

Futter bekommt dieses Denken durch die Angst vor Bewertung – und zwar nicht nur die des Lehrers und der Mitschüler, sondern vor allem die eigene. „Mann, ich bin so bescheuert, ich kapiere nicht mal die einfachste Gleichung!“ wirft man sich selbst an den Kopf.

Wenn die Prüfungsangst zum Blackout führt

Doch was tun, wenn die Angst zu groß wird und einen daran hindert, das Gelernte in einer Prüfungssituation optimal umzusetzen? Zu viel Stress, Angst und Nervosität können dazu führen, dass unser Gehirn nicht so mitspielt wie wir es wollen. Die Rede ist vom gefürchteten Blackout. Das Gelernte ist auf einmal nicht mehr abrufbar, obwohl man es am Vortag noch genau gewusst hat. 

Ein kleiner Trick kann hier bereits Wunder wirken, denn oft ist gar nicht die Prüfung das eigentliche Problem, sondern die Frage, wie man die Prüfungssituation sieht: als Bedrohung oder als Chance. Spitzensportler schaffen es etwa, durch mentales Training und positives Umdenken aus ihrer Angst im Wettkampf noch zusätzliche Energie und Motivation zu schöpfen – schließlich ist vieles im Leben oft nur eine Frage der Sichtweise.

Tipps die dir aus einem Blackout heraushelfen

  • Tipp 1: Offen darüber sprechen: Solltest du bei einer mündlichen Prüfung den Faden verloren haben und nicht mehr weiterwissen, sprich offen darüber. Teile deinem Prüfer mit, dass du ein Blackout hast. Vielleicht überspringt ihr die Frage und kommt am Ende der Prüfung nochmals auf sie zurück. 
  • Tipp 2: Stress reduzieren: Bekommst du bei schriftlichen Prüfungen ein Blackout, versuche kurz die Augen zu schließen und langsam tief ein- und auszuatmen. Mit speziellen Atemübungen, bei denen du Luft holst und langsam mehrere Sekunden lange ausatmest, kannst du deine Nervosität in den Griff bekommen. Widme dich außerdem zuerst den Beispielen, die du lösen kannst. Daraus schöpfst du ein Erfolgsgefühl und Selbstsicherheit. So lässt es sich leichter an die kniffligen Prüfungsaufgaben herangehen. 
  • Tipp 3: Lehrer sind damit vertraut: Prüfer haben Erfahrung mit Blackouts und Prüfungsangst. Es ist für sie nichts Ungewöhnliches. 
     

Umdenken als Geheimwaffe gegen Prüfungsangst

Wenn dich also das nächste Mal die Prüfungsangst plagt, dann versuche einfach, dir die Prüfung nicht als gefährliches Haifischbecken vorzustellen, in das du springen musst. Eine Prüfung oder Schularbeit ist nämlich eine Chance. Du kannst zeigen, was du kannst und was du gelernt hast. Konzentriere dich dabei nicht auf deine Angst, sondern intensiv auf das tolle Gefühl, die Prüfung bereits geschafft zu haben. Psychologen nennen diese Technik „mentale Programmierung“: Du stellst dein Denken und deine Gefühle damit von Misserfolg auf Erfolg um und ersetzt deine Angst durch eine positive Erwartungshaltung. Probiere es einfach mal aus – du wirst sehen, es hilft. 

 

Bei allen Tipps gegen Prüfungsangst darfst du jedoch eines nicht vergessen: Positives Denken alleine ist kein Ersatz für das Lernen vor einer Prüfung.