Das erste Handy für die Volksschule?

Über ein Drittel der Volksschulkinder besitzt bereits ein Handy oder Smartphone. Viele Eltern möchten ihr Kind jederzeit erreichen können und in manchen Situationen macht das durchaus Sinn – fällt z.B. das Fußballtraining nach der Schule aus, genügt ein kurzer Anruf bei den Eltern, um abgeholt zu werden. Geht es Kindern aber beim Handybesitz nur darum, dass „alle anderen auch eines haben”, sollten Eltern standhaft bleiben. 
Fürchtet man den Gruppendruck, kann ein offenes Gespräch beim Elternabend helfen – wahrscheinlich haben die meisten Eltern dasselbe Problem. In der Klasse herrscht an vielen Schulen sowieso Handyverbot, auch in den Pausen. Soll es doch ein Handy sein, genügt im Volksschulalter ein simples Gerät – es muss daher kein Smartphone mit Internetzugang sein.

Smartphones für Volksschüler: Ja oder nein?

  • Erreichbarkeit: „Wo bist du?“ Kaum eine Frage wird öfters in ein Handy gesprochen und die Antwort ist für Eltern wesentlich. Außerdem können Kinder mit dem Handy jederzeit ihre Eltern erreichen oder um Hilfe bitten.
  • Medienkompetenz: Spielerisch lernen. Der Umgang mit moderner Technologie muss erlernt werden – wenn Eltern erklärend die Nutzung begleiten, kann ein Handy eine Chance dafür sein.
  • Verantwortung: Gut aufpassen! Auf ein Handy muss man gut achtgeben – es ist kein Spielzeug. Auch das Guthaben auf der Prepaid-Karte (zu der geraten wird) muss im Auge behalten werden.
     
  • Suchtfaktor: Ohne geht’s nicht? Ob Spiele oder soziale Medien: Kinder laufen Gefahr, vom Handy abhängig zu werden. Geregelte „Handyzeit” kann Abhilfe schaffen.
  • Gruppendruck /Mobbing: Du bist nicht dabei! Cool ist nur, wer ein Handy hat! Und wen wir nicht mögen, den schließen wir aus der WhatsApp-Gruppe aus! Sätze, die an Schulen durchaus vorkommen können. Ist das der Fall, sind Gespräche unbedingt nötig!
  • Gefährliche Inhalte: Nicht jugendfrei! Smartphones sind das Tor zum Internet. Kinder könnten verstörende Videos sehen oder mit Unbekannten chatten – wieder gilt: Rechtzeitig darüber reden!
     

Smarte Nutzung von Smartphones, Tablets & Co.

Unsere Welt ist voller Medien – schon die Kleinsten sind mit ihnen konfrontiert. Sollte man einfach alles verbieten – oder gibt es auch positive Seiten?

Experten sind sich einig: Kinder sollten so wenig Zeit wie möglich mit Fernseher, Computer, Tablet und Smartphone verbringen. Denn diese Medien haben bereits auf Babys größeren Einfluss, als man meinen möchte: Klänge, bunte Bilder, schnelle Schnitte, dramatische Musik – selbst, wenn ein Kind den Inhalt dessen, was es sieht und hört, noch nicht versteht, reagiert sein Gehirn darauf. Schlafstörungen und Ängste, Überreiztheit und Konzentrationsprobleme und vieles mehr können die Folge sein. Doch wie realistisch ist es, Kinder völlig von Medien fernzuhalten?
 

Kinder lernen am Modell: Das bedeutet, sie beobachten ihre Umgebung und vor allem ihre Eltern sehr genau. Und die widmen sich oft diesen spannenden Geräten. Die wichtigste Empfehlung lautet daher: Im Beisein der Kinder sollten elektronische Medien so wenig wie möglich genutzt werden, denn zu verbieten, was man selbst täglich macht, leuchtet Kindern verständlicherweise nicht ein.
 

Generell gilt: Kinder unter vier Jahren profitieren am meisten vom Medium Buch, denn Bücher kann man anfassen, sie passen sich der Geschwindigkeit des Kindes an und es erzeugt eine wohlige Atmosphäre, wenn man sie gemeinsam mit dem Nachwuchs liest. Werden elektronische Medien genutzt, sollte stets ein Elternteil dabei sein. So behält man die Kontrolle über den Medienkonsum des Kindes und kann z.B. Fragen zum Geschehen am Bildschirm direkt beantworten. Wird ferngesehen oder ein Spiel auf dem Tablet gespielt, sollte außerdem der jeweilige Inhalt dem Alter des Kindes angepasst sein und die Nutzungsdauer – besser aufgeteilt und nicht am Stück – beschränkt werden.

 

Tipp: Gemeinsam ist besser. Ob Smartphone, Tablet, TV oder das gute alte Buch: gemeinsam macht nicht nur alles mehr Spaß, sondern ist auch sicherer und schlauer. Erwachsene können sofort Fragen beantworten und bei mehrdeutigen Inhalten Klarheit schaffen. 

Mehr zum Thema Kinder und neue Medien

Wertvolle Tipps zu Jugendschutz, Umgang mit mobilen Geräten und Sicherheit findest du auf www.handykinderkodex.at. Der Handy-Kinder-Kodex wurde von den meisten europäischen Mobilfunktreibern 2007 in Brüssel unterzeichnet und dient dem Schutz Minderjähriger.